KRAPFENDIEB GESUCHT! | Jungschar-Fasching 2017

Mister X

11.02.2017 – Pfarrheim St. Marienkirchen/P.
Am Samstag ereignete sich ein mysteriöser Diebstahl im Großraum Pfarrheim, einige Dutzend Krapfen im Wert von mehreren Euro wurden entwendet. Der Täter konnte schon nach wenigen Stunden mit der Hilfe der zahlreichen, zufällig vor Ort anwesenden Undercover-Detektiven gefunden werden. Wir haben exklusiv für Sie einen der leitenden Ermittler interviewt!

The Boulevard: Hallo, Herr Markus H. [Name von der Redaktion (mehrmals) geändert, immerhin ist das ein Undercover-Ermittler], vielen Dank dass sie sich für uns Zeit nehmen konnten. Erzählen Sie doch einmal unseren Lesern der Reihe nach, was sich an diesem schicksalhaften Samstag so zugetragen hat!

Markus H.: Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen! Es begann alles so gegen 14:05 Uhr. Wir waren gerade im Saal versammelt und haben darauf gewartet, dass endlich das langweilige Programm losgeht, das die Jungschar jedes Jahr für Fasching vorbereitet, als plötzlich…

The Boulevard: Verzeihen Sie, Frau I., wenn ich Sie hier kurz unterbreche, aber wen meinen Sie mit „wir“?

Victoria I.: Na die anderen Undercover-Detektive eben, so an die 20 Stück, jeder unauffälliger verkleidet als der nächste. Da gab es Vampire, Prinzessinnen, Mäuse, Hippies… und sogar etwas, das angeblich einen Blutbeutel darstellen sollte. Manche haben echt ein wenig übertrieben. Naja, eines gab es aber, das wir alle gemeinsam hatten: Wir alle waren eigentlich nur hergekommen, um einen [Anmerkung der Redaktion: Die tatsächlichen Zahlen schwanken zwischen drei und zehn.] der Gratis-Krapfen zu genießen. Sie können sich vorstellen, wie entsetzt wir waren, als plötzlich verkündet wurde, sie wären gestohlen worden!

Kostüme

The Boulevard: Wie haben Sie persönlich auf diese Nachricht reagiert? Ich kann mir vorstellen, als Mann vom Fach hat man da sofort einige Ideen.

David F.: Selbstverständlich war sofort klar, dass der Dieb nur jemand sein konnte, der Zugang zum Gebäude gehabt hätte. Unsere Berufsehre verbietet es uns, uns gegenseitig zu verdächtigen, entsprechend blieben eigentlich nur noch fünf Personen im Kreis der Verdächtigen. Da war einerseits der Pfarrer, Josef E., seine rechte Hand, Erni F., zwei ehemalige Gruppenleiter, Michi D. und Jochen P., und die Schwester eines aktiven Gruleis, Anna F.

The Boulevard: Ich verstehe ja, warum Anna F. auf der Liste der Verdächtigen steht, aus vertraulichen Quellen haben wir erfahren, dass sie ihrem Bruder öfter den letzten Krapfen wegisst.
Aber welches Motiv hat bitte eine redliche Frau wie Erni F.?

Carmen R.: Glauben Sie mir, als langjähriger Beobachter aus dem Schatten weiß man, wie leicht der Schein trügen kann. Außerdem haben wir über unser Netzwerk aus Spitzeln erfahren, dass Erni am Nachmittag Gäste zu Besuch geladen, aber trotzdem noch keine Mehlspeise gebacken hat. Das kam uns gleich verdächtig vor. Was den tatsächlichen Tathergang betrifft, konnten wir aber nur aus den wenigen Hinweisen Vermutung aufbauen, wie sich der Diebstahl zugetragen haben könnte.

The Boulevard: Wie kann man sich das vorstellen?

Elena B.: Ach, im Prinzip läuft alles auf die richtigen Fragen an die Augenzeugen hinaus, dann ist natürlich auch eine gewisse Kombinationsgabe notwendig, und natürlich muss man auch erkennen, wann man gerade angelogen wird und welchen Geschichten man glauben kann. Ein wenig Wild-durcheinander-Raten und das Basteln von Undercover-Detektivmarken gehören natürlich auch dazu. Letztlich war es aber die Statistikabteilung, die das entscheidende Indiz gefunden hat:
Krapfendiebe sind Wiederholungstäter und kehren oft an den Tatort zurück.

The Boulevard: Sie haben also einfach so lange gewartet, bis einer der Verdächtigen wieder auftaucht?

Alena O.: Naja, sehr einfach formuliert kommt das ungefähr hin. Es erforderte aber unser ganzes Geschick in Angewandter Verfolgungsmethodik, um den Täter dann auch zu schnappen, als er endlich auftauchte, und einiges an Verhörgeschick, um ihn zum Reden zu bringen.

The Boulevard: Es kam zu einer rasanten Verfolgungsjagd? Dann müssen es ja wohl die beiden Gruppenleiter gewe…

Elisabeth B.: Sehr richtig, der Pfarrer war der Täter. Es stellte sich nur heraus, dass er die Krapfen eigentlich nicht einmal absichtlich gestohlen hatte, sondern es sich nur um ein Missverständnis gehandelt hatte. Anscheinend hatte er geglaubt, Erni hätte sie für ihn zum Kühlen ins Pfarrheim gestellt… Zum Glück waren sie nur ein wenig angeknabbert, und so konnten wir doch noch die zuckrigen Früchte unserer Mühen ernten.

The Boulevard:  Na also, Ende gut, alles gut! Vielen Dank für das Interview!

Emil R.: Kein Problem. Es sind übrigens noch Krapfen da…

P.S.: Für etwaige weitere offene Fragen bezüglich des komplexen Tathergangs (und für alles andere) wenden Sie sich bitte via Email an unsere neue Adresse: js.samarein[at]gmail.com