Essen verbindet

"Speis und Trank hält Leib und Seele zusammen" so heißt es in einem alten Zitat. Diese Lebensweisheit läßt sich noch ausweiten. Speis und Trank bringt auch die Leute zusammen. Beim gemeinsamen Planen, Kochen, Essen und auch Zusammenräumen lassen sich gut neue Kontakte knüpfen. Diese Überlegung stellte Frau Regina Erdpresser an und plante für den Freitag, 13.11. ein gemeinsames Essen mit allen Flüchtlingen, die sich seit Ende September in unserer Gemeinde aufhalten. Gemeinsam mit Mitgliedern des Pfarrgemeinderats und weiteren engagierten Samareinerinnen und Samareinern wurden also kurzerhand unsere Asylanten zu einem gemeinsamen Abendessen in den Pfarrsaal eingeladen. Rasch einigte man sich auf eine Speisefolge, die allen Kulturen und Geschmäckern gerecht wurde. Vor- und Hauptspeise entstammten der syrischen und irakischen Küche, die Nachspeise war dann aus dem Gastgeberland Österreich.

Die Vorfreude unserer ausländischen Gäste war groß, schließlich war es das erste Mal seit langer Zeit, dass wieder ein aufwändiges Essen vorbereitet werden sollte. Bis lang war auch der Kontakt zu den Samareinern auf eine eher überschaubare Gruppe von Helferinnen und Helfern beschränkt, an diesem Abend sollte sich auch der Bekanntenkreis vergrößern. Für die Einheimischen war es eine sehr gute Möglichkeit, die neuen Mitbewohner kennen zu lernen.

Es wurde ein sehr netter und unterhaltsamer Abend. Die Sprachbarrieren ließen sich ganz gut mit Händen und Füßen überwinden und beim gemeinsamen Essen musste man sowieso nicht viel erklären. Das syrisch-irakische Essen schmeckte vorzüglich und auch die heimische Mehlspeise fand guten Anklang. Es wurde viel gelacht und gescherzt und so mancher Flüchtling mag zumindest für kurze Zeit die schlimmen Erfahrungen der letzten Wochen und Monate als weniger schmerzvoll empfunden haben.

An dieser Stelle sei einmal allen einheimischen Helfern aufrichtig gedankt. Es ist bewundernswert, wie manche Samareiner sich in den vergangenen Wochen für die Gäste aus dem Irak, Afghanistan und Syrien eingesetzt haben. Dabei geht es keinenfalls um naive und romantische Anwandlungen, es geht ganz konkret um Hilfestellung für Mitmenschen, die in unserem Land gestrandet sind. Die auf der Flucht ihre Liebsten, ihren Besitz und ihr Land verlassen mussten, da sie sonst auch noch ihr Leben verloren hätten.

Wir werden diese Flüchtlingskrise hier in unserem Land nicht lösen können, dazu bedarf es konkreter politischer Intervention der Mächtigen dieser Welt, wir können jedoch mit unseren Möglichkeiten dazu beitragen, dass den Vertriebenen Hilfe, Barmherzigkeit und Nächstenliebe entgegengebracht wird.

 

Gemeinsames Kochen verbindet

Erste Kontakte werden geknüpft ...

... und es wird gespielt

der Tisch wird festlich gedeckt

Köstliche Speisen werden aufgetragen

 

der stolze Koch

und dann gehts endlich los!

Regina liest zu Ehren der Gäst aus einem irakischen Buch vor

Viele Hände - schnelles Ende

auf einen gelungenen Abend!