Beeindruckende Lesung im Mostspitz

Etwa 50 Zuhörer erlebten im gut gefüllten Mostspitz eine interessante und sicherlich ungewöhnliche Lesung. Die serbische Schriftstellerin Barbi Markovic las aus ihrem zweiten Roman „Superheldinnen“.

Die fiktive Geschichte dreier Freundinnen mit magischen Fähigkeiten, die sich jeden Samstag in einem Wiener Cafe treffen,  scheint nur auf den ersten Blick eine harmlose Erzählung zu sein. Schnell erkennt man den kriegsgeschichtlichen Hintergrund und wird durch die symbolhaften Beschreibungen, etwa der Tauben oder des Barsängers, sowie durch die harten, zynischen Worte in eine andere, düstere Welt getragen. Dazwischen folgen Aufzählungen von in Wien entdeckten Texten auf Mistkübeln, Plakatwänden oder Zeitungen.

Das Publikum lauschte eine Stunde, man spürte die Betroffenheit, die gehörten Texte hallten nach. Zum harmonischen Ausgleich verwöhnte Lukas Ferchhumer die Zuhörer mit jazzigen Klavierstücken.

In anschließenden Gesprächen konnte man die sympathische Autorin näher kennenlernen.